Manifeste AnarchoFeminista - Das AnarchaFeministinnen Manifest
aus dem französischen von Cyberwombyn - aus dem engischen ins deutsch von der distel
Bild aus der »SpunkLibrary*
Quelle: »i@f*
Englischer Text
Zum deutschen Text
All over the world most women have no rights whatsoever
to decide upon important matters which concern their lives.
Women suffer from oppressions of two kinds:
1) the general social oppression of the people, and
2) secondly sexism ~ oppression and discrimination because of their sex.
There are five main forms of oppression:
~ Ideological oppression, brainwash by certain cultural traditions, religion, advertising and propaganda.
Manipulation with concepts and play upon women's feelings and susceptibilities.
Widespread patriarchal and authoritarian attitudes and capitalistic mentality in all areas.
~ State oppression, hierarchical forms of organization with command lines downwards
from the top in most interpersonal relations, also in the so~called private life .
~ Economic exploitation and repression, as a consumer and a worker in the home and in low~salary women's jobs .
~ Violence, under the auspices of the society as well as in the private sphere
~
indirectly when there is coercion because of lack of alternatives and direct physical violence.
~ Lack of organization,
tyranny of the structurelessness which
pulverizes responsibility and creates weakness and inactivity.
These factors work together and contribute simultaneously to sustain each other in a vicious circle.
There is no panacea to break the circle, but it isn't unbreakable.
Anarcha-feminism is a matter of consciousness. The consciousness which puts guardians off work.
The principles of a liberating society thus stand perfectly clear to us.
Anarcha-feminism means women's independence and freedom on an equal footing with men.
A social organization and a social life where no~one is superior or inferior to anyone and
everybody is coordinate, women as well as men.
This goes for all levels of social life, also the private sphere.
Anarcha-feminism implies that women themselves decide and take care of their own matters,
individually in personal matters, and together with other women in matters which concern several women.
In matters which concern both sexes essentially and concretely women and men shall decide on an equal footing.
Women must have self~decision over their own bodies, and all matters concerning
contraception and childbirth are to be decided upon by women themselves.
It must be fought both individually and collectively against male domination, attitudes of ownership and control over
women, against repressive laws and for women's economic and social autonomy and independence.
Crisis centers, day care centers, study and discussion groups, women's culture activities etc.,
must be established, and be run under women's own direction.
The traditional patriarchal nuclear family should be replaced by free associations between men and women
based on equal right to decide for both parts and with respect for the individual person's autonomy and integrity.
Sex~stereotyping in education, media and at the place of work must be abolished.
Radical sharing of the work by the sexes in ordinary jobs, domestic life and education is a suitable mean.
The structure of working life must be radically changed, with more part~time work and flat organized cooperation at
home as well as in society. The difference between men's work and women's work must be abolished.
Nursing and taking care of the children must concern men just as much as women.
Female power and female prime ministers will neither lead the majority of women to their ends nor abolish oppression.
Marxist and bourgeoisie feminists are misleading the fight for women's liberation.
For most women it is not going to be any feminism without anarchism.
In other words, anarcha~feminism does not stand for female power or female prime ministers,
it stands for organization without power and without prime ministers.
The double oppression of women demands a double fight and double organizing:
on the one hand in feminist federations, on the other hand in the organizations of anarchists.
The anarcha~feminists form a junction in this double organizing.
A serious anarchism must also be feminist otherwise it is a question of patriarchal half~anarchism and not real
anarchism. It is the task of the anarcha~feminists to secure the feminist feature in anarchism.
There will be no anarchism without feminism.
An essential point in anarcha~feminism is that the changes must begin today, not tomorrow or after the revolution.
The revolution shall be permanent. We must start today by seeing through the oppression in the daily life and
do something to break the pattern here and now.
We must act autonomously, without delegating to any leaders the right to decide what we wish and what we shall do:
we must make decisions all by ourselves in personal matters, together with other women in pure female matters, and
together with the male fellows in common matters.
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deutscher Text
Überall auf der Welt haben Frauen keine Rechte,
wichtige Entscheidungen, die ihr Leben betreffen, selbst zu fällen.
Frauen erleiden eine zweifache Unterdrückung:
1. Die generelle soziale Unterdrückung der Menschen von oben
2. zweitens Sexismus ~ Unterdrückung und Diskriminierung aufgrund ihres Geschlechts.
die fünf zentralen Arten von Unterdrückung sind:
~ideologische Unterdrückung, Gehirnwäsche durch bestimmte kulturelle Traditionen, Religion, Werbung und Propaganda.
Manipulation von Konzepten und das Spielen mit den Gefühlen von Frauen, da wo sie am leichtesten getroffen werden können.
Verbreitete patriarchale und autoritäre Sichtweisen und kapitalistische Mentalität auf allen Ebenen.
~Unterdrückung durch den Staat durch Befehlsketten von oben nach unten in den meisten Beziehungen zwischen Menschen, auch im sogenannten Privatleben.
~wirtschaftliche Ausbeutung und Repression als Konsumentin und Arbeiterin im Haushalt und in schlecht bezahlten "Frauenjobs".
Gewalt - geduldet und unterstützt von der Gesellschaft und Gewalt in der Privatsphäre.
~sowohl indirekte Gewalt durch das "keine andere Wahl lassen" als mitzumachen als auch körperliche Gewalt.
Fehlen von Organisationsformen, Tyrannei der Strukturlosigkeit, was die eigene Verantwortung ausblendet und Schwäche und Starrheit mit sich bringt.
Diese Faktoren wirken zusammen und stützen sich gegenseitig, aus ihnen entsteht ein Teufelskreis.
Es gibt keine Patentlösung, wie der Kreis zu durchbrechen ist, aber es ist nicht unmöglich.
Anarcha-feminismus ist eine Sache des Bewußtseins. Ein Bewußtsein, welches Wächter arbeitslos macht. Die Prinzipien einer libertären Gesellschaft sind für uns so geklärt:
Anarcha - feminismus bedeutet Unabhängigkeit und Freiheit für Frauen, in einer mit den Männern gleichberechtigten Art.
Eine soziale Organisation und ein gesellschaftliches Leben wo niemand höher steht als eine andere Person, wo alle Leute zusammenarbeiten, Frauen wie Männer.
Dies betrifft alle Ebenen des Zusammenlebens, auch die Privatsphäre.
Anarchafeminismus heißt, daß Frauen sich um Frauenangelegenheiten selbst kümmern und darüber entscheiden, alleine in persönlichen Angelegenheiten, mit anderen Frauen wo es mehrere Frauen betrifft. In Angelegenheiten, die Frauen und Männer konkret betreffen und angehen, entscheiden Männer und Frauen gleichberechtigt.
Frauen müssen über ihre Körper selbst entscheiden, alle Enscheidungen über Verhütung und Kinder gebären treffen Frauen selbst.
Gegen männliche Dominanz, Besitzansprüche und Kontrolle über Frauen muß kollektiv vorgegangen werden, gegen repressive Gesetze und für die soziale und wirtschaftliche Eigenständigkeit und Unabhängigkeit von Frauen.
Krisenzentren, Tagesstätten, Studien- und Diskussionskreise, kulturelle Frauenprojekte usw. müssen eingerichtet und von den Frauen selbstbestimmt geführt werden.
Die traditionelle patriarchale Kleinfamilie soll abgeschafft und durch freie Zusammenschlüsse von Frauen und Männern ersetzt werden, auf der Basis gleicher Entscheidungsrechte für Frauen und Männer und mit Rücksicht auf die Eigenständigkeit und Integrität der einzelnen Person.
Geschlechter - Klischees in der Bildung, den Medien udn den Arbeitsplätzen müssen abgeschafft werden. Radikales Teilen (nicht AUFTEILEN) der Aufgaben in Jobs, zuhause und in der Erziehung ist ein geeignetes Mittel.
Die Organisation der Arbeitslebens muß radikal verändert werden, mit mehr Teilzeit - Jobs und (flat cooperation?) gleichmäßig organisierter Zusammenarbeit zuhause wie auch in der Gesellschaft. Der Unterschied zwischen Frauen - und Männerarbeit muß abgeschafft werden.
Pflegen und Betreuen von Kindern muß Männer im gleichen Maße wie Frauen betreffen.
Macht in Frauenhänden oder weibliche Premierminister werden weder die Frauen irgendwohin bringen noch werden sie Unterdrückung abschaffen.
Marxistische und bürgerliche Feministinnen führen den Kampf um Frauenbefreiung in eine falsche Richtung.
Für die meisten Frauen ist der Feminismus ohne Anarchismus nichts wert.
In anderen Worten, Anarcha-feminismus steht nicht für weibliche Macht oder weibliche Staatschefs,
Es steht für Organisation ohne Herrschaft und ohne Staatschefs.
Die doppelte Unterdrückung von Frauen verlangt einen doppelten Kampf und eine Organisation in zwei Richtungen:
Zum einen in feministischen Zusammenschlüssen, zum anderen in anarchistischen Organisationen.
Diese doppelte Organisation von Anarchafeministinnen fördert eine Verbindung:
Ein richtiger Anarchismus muß auch feministisch sein, sonst ist er ein patriarchaler Halb-Anarchismus, kein echter Anarchismus.
Es gibt keinen Anarchismus ohne Feminismus.
Ein unverzichtbarer Punkt im Anarchafeminismus ist es, daß die Veränderungen heute beginnen müssen, nicht morgen oder nach der Revolution.
Eine Revolution soll permanent sein. Wir müssen heute anfangen indem wir die Unterdrückung im täglichen Leben bemerken und hier und jetzt aktiv werden.
Wir müssen autonom handeln, ohne unser Recht, über unsere Handlungen und Wünsche zu entscheiden an irgendwelche Führer zu delegieren.
Wir müssen ganz alleine über unsere persönlichen Angelegenheiten entscheiden, zusammen mit anderen Frauen über Dinge, die uns betreffen und über alles andere zusammen mit männlichen Mitmenschen. *g*
Nachbemerkung: So wie sich halt Manifeste lesen, sehr sehr pathetisch, habe ich an diesem doch relativ wenig auszusetzen. :) Ich stelle das hierher um Diskussionen anzuregen oder auch als Inspiration für Frauen, die mal wieder etwas schöne knackige Propaganda als Nervenstärkung brauchen..
Eure AnarchistelFeministelFliege
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